Macht Meditation gesund? Nachweisliche Effekte auf Körper und Gesundheit

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In den letzten Jahren hat die Meditation einen wahren Boom erlebt – und sich regelrecht zu einem Trendthema entwickelt. Das jahrtausendalte Wissen, das in Indien bereits seit über 5.000 Jahren praktiziert wird, hat sein angestaubtes Guru-Eso-Kram-Image abgelegt. Achtsamkeit ist in aller Munde und viele Menschen nehmen sich vor, sich im stressigen Alltag mehr Auszeiten zu gönnen und ein bewussteres Leben zu führen – zum Beispiel durch Meditation. Doch macht Meditation gesund? Diese Frage stellen sich viele Menschen, vor allem Skeptiker.

Erfolgreiche Menschen & internationale Konzerne setzen auf Meditation

Auch prominente, erfolgreiche Menschen wie Jochen Schweizer, Steve Jobs oder gar der Physiker Albert Einstein meditieren bzw. meditierten regelmäßig. Und sogar internationale Konzerne wie Google, Ford oder Adobe bieten für ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit Meditationstraining und Achtsamkeitsübungen an. Klingt nach vielen guten Gründen, selber regelmäßig zu meditieren. Doch kann man durch regelmäßiges Meditieren körperlich gesünder werden? Was macht Meditation mit dem Körper? Und hat die Meditation Auswirkungen auf den Körper und Gesundheit, die auch nachweislich bewiesen sind? Genau mit diesen interessanten Fragestellungen habe ich mich während meiner Ausbildung zur Meditationslehrerin intensiv beschäftigt, denn ich bin von Natur aus eher ein rationaler Mensch mit einem ganz großen Interesse an Neurowissenschaft.

Um es vorneweg zu nehmen: Es ist wissenschaftlich belegt, dass die regelmäßige Meditation positiven Einfluss sowohl auf unsere körperliche Gesundheit als auch psychische Gesundheit haben kann. Welche das sind, werde ich dir im Folgenden gerne veranschaulichen.

Warum das Meditieren gesund macht

Auswirkungen der Meditation auf die körperliche Gesundheit:

Meditation stärkt das Immunsystem

Ein interessanter Aspekt aus der Neurowissenschaft zum Thema, inwiefern Meditation gesund machen kann. Bei der Meditation wird insbesondere die linke Gehirnhälfte aktiviert bzw. gestärkt. Die linke Gehirnhälfte beeinflusst unter anderem das Immunsystem – und wie wir alle wissen, ist ein starkes Immunsystem das Fundament für Gesundheit und geringerer Anfälligkeit von Krankheiten. Daher wird mittlerweile in vielen Krankenhäusern, die Meditation als begleitende Maßnahme bei Krebspatienten und Chemotherapie eingesetzt.

Besser schlafen durch Meditation

Wenn du unter Schlafproblemen leidest, nachts lange wachliegst, weil das Gedankenkarussell sich weiterdreht und dich morgens völlig gerädert fühlst, dann kann das Meditieren Abhilfe schaffen, denn bei einer Einschlafmeditation verlangsamt sich dein Herzschlag ganz natürlich und der Blutdruck senkt sich. Außerdem wird beim Meditieren vorm Einschlafen der Fokus auf einen natürlichen Atemfluss gelenkt, sodass die Gedanken allmählich zur Ruhe kommen und der Körper in eine angenehme Entspannung gleiten kann. So wird ein fester, erholsamer Schlaf gefördert, sodass dein Körper sich nachts effektiv regenerieren kann – und du morgens erholt und erfrischt aufwachst.

Senkung des Stresshormons Cortisol

Und noch ein gutes Argument, warum Meditation gesund macht: Durch das regelmäßige Meditieren wird die Produktion des Stresshormons Cortisol gesenkt. Dieses überlebenswichtige Stresshormon wird in der Nebenniere produziert – und kann bei erhöhter Produktion gesundheitskritische Effekte auf das Immunsystem, den Herzkreislauf, die Gedächtnisleistung und geistige Gesundheit haben – oder sogar zu schwerwiegenden Krankheiten wie Herzinfarkt oder Alzheimer führen.

Senkung des Cholesterinwerts

Nicht nur ungesunde Ernährung, sondern auch Stress sind Auslöser für einen hohen Cholesterinwert. Mediziner haben herausgefunden, dass nach einem Jahr mit regelmäßiger Meditation der Cholesterinwert um 30 mg/dl gesenkt werden kann. Das entspricht einem gesundheitsfördernden Wert, der deutlich höher ist, als bei der Einnahme von Medikamenten im gleichen Zeitraum.

Verminderung von Kopfschmerzen & Migräne

Kopfschmerzen oder gar Migräne werden in den häufigsten Fällen durch Stress ausgelöst. Im Umkehrschluss: Wer weniger Stress hat, leidet in der Regel weniger an Kopfschmerzen. Eine wissenschaftliche Studie hat festgestellt, dass bei Teilnehmern, die massiv unter Migräne leiden, mit regelmäßiger Meditation eine deutliche Besserung und Linderung erzielt werden konnte. Das Ergebnis dieser Studie: Die Anzahl der Migräneanfälle reduzierte sich bei den Probanden im Durchschnitt um 1,4 pro Monat und die Migräneanfälle fielen 2,9 Stunden kürzer aus. Außerdem wurde von den Teilnehmern das Empfinden des Schmerzes gesenkt.

Wissenschaftlich belegt: Meditation verändert das Gehirn

Kommen wir nun endlich zu eins meiner absoluten Lieblingsthemen: Neurowissenschaft und den positiven Einfluss der Meditation auf unser Gehirn. Neurowissenschaftlicher haben in aufwändigen Studien belegt, dass durch das regelmäßige Meditieren das Gehirn nachweislich in acht verschiedenen Regionen Veränderungen aufweisen. So wurde beispielsweise herausgefunden, dass durch das Meditieren die Dicke verschiedener Bereiche der Großhirnrinde zunimmt und die Masse im Zentralnervensystem eine höhere Dichte aufweist. Außerdem entstehen neue, neuronale Verknüpfungen von Nervenzellen – zum Beispiel in Arealen, die für die Verarbeitung von Wahrnehmung, Sinneseindrücke, Gedächtnisleistung und Stressverarbeitung zuständig sind. Total faszinierend, oder?

Inwiefern das Meditieren nachweisliche Spuren im Gehirn hinterlässt, ist ein sehr komplexes Thema – und es kann sehr leicht den Rahmen dieses Blogartikels sprengen. Daher will ich nur noch ein paar Stichpunkte aufführen, um die positive Wirkung der Meditation aufs Gehirn zu verdeutlichen.

  • Bessere Konzentration: Unter anderem ist im Gehirn der präfrontale Cortex an der Konzentrationsfähigkeit beteiligt. Bei der Meditation weist dieses Areal eine höhere Aktivität auf.
  • Mehr Kreativität: Für die Kreativität ist im Gehirn der Neocortex zuständig, der ebenfalls beim Meditieren nachweislich aktiviert ist.
  • Geistige Gesundheit: Bei Menschen, die regelmäßig meditieren, wird der normale altersbedingte Abbau des Gehirns verzögert, da die Region des präfrontalen Cortex bis zu fünf Prozent verdickt wird. Im Klartext: Wer regelmäßig meditiert, bleibt im Gehirn länger fit und gesund.
  • Außerdem werden bei der Meditation unter anderem Gehirn-Areale aktiviert oder gar verdickt, die für/s Glücksempfinden, Gedächtnisleistung, Empathie, emotionales Gleichgewicht, eigenes Bauchgefühl und bessere körperliche Wahrnehmung zuständig sind.

Gesund durch Meditation: weitere gesundheitliche Benefits

Die Frage, ob Meditation gesund macht, ist mit einem eindeutigen Ja zu beantworten. Und durch regelmäßige Meditation können noch viele weitere positive Effekte auf die körperliche Gesundheit erzielt werden, die ich hier nochmal in Kürze darstellen möchte:

  • Senkung des Bluthochdrucks: Verengte Blutgefäße können sich durch regelmäßige Meditationspraxis weiten, was wiederum zur Senkung der Produktion des Stresshormons führt. Wissenschaftler fanden in Studien heraus, dass sich bei Meditierenden der Blutdruck um bis zu 12 Prozent senken lässt.
  • Geringeres Herzinfarktrisiko: Mediziner haben herausgefunden, dass Herzkranke durchs regelmäßige Meditieren das Herzinfarktrisiko um bis zu 48 Prozent senken können.
  • Verringerung von Depressionen: Immer mehr Ärzte und Therapeuten setzen bei Patienten mit Depression auf Meditation als begleitende Maßnahme. In Studien wurde herausgefunden, dass die Meditation sogar vergleichbar mit der Wirkung von starken Medikamenten und Antidepressiva hat. Außerdem wurde bei den betroffenen Patienten die Rückfallquote der Depression um 50 Prozent verringert.

Warum Meditation gesund macht – Fazit

Dass Meditation das (emotionale) Wohlbefinden erheblich positiv beeinflussen kann, leuchtet vielen Menschen ein – sicherlich auch einigen Skeptikern. Aber dass die Meditation tatsächlich positiven Einfluss auf unseren Körper und unsere Gesundheit hat – und diese gesundheitlichen Aspekte sogar von Ärzten und wissenschaftlichen Studien belegt sind – dürfte für viele das Thema Meditation in ein ganz anderes Licht rücken. Klartext: Wer nachhaltig körperlich gesund und fit bis ins hohe Alter sein möchte, der sollte unbedingt das Meditieren in seinen Alltag integrieren. Denn Meditation kostet nichts und übt sich äußerst positiv auf unseren Geist und Organismus aus.

Tipp 🧘🏼‍♀️

Wer nachhaltig körperlich gesund und fit bis ins hohe Alter sein möchte, der sollte unbedingt das Meditieren in seinen Alltag integrieren. Denn Meditation kostet nichts und übt sich äußerst positiv auf unseren Geist und Organismus aus.

Meditation macht gesund – mein Tipp

Als Meditationslehrerin werde ich oft von meinen Teilnehmern gefragt, wie lange und wie oft man meditieren sollte, um positive Effekte zu spüren? Meine Antwort: Die Dauer ist prinzipiell egal. Wichtig ist, dass man mit der Meditation eine Routine entwickelt und sie in den Alltag integriert. Am besten zu einer festen Tageszeit, damit man im trubeligen Alltag nicht vergisst, zu meditieren. Ich meditiere am liebsten am Morgen, nachdem ich mein Kind zur Schule gebracht habe. So starte ich frisch, klar und konzentriert in meinen Arbeitstag. Abends ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt zum Meditieren, vor allem, wenn der Meditierende zur Ruhe kommen, entspannen und sein Gedankenkarussell besänftigen möchte.

Wie lange man meditieren sollte? Ich persönlich finde, dass eine Meditationsdauer von 10-15/20 Minuten eine optimale Zeit zum Meditieren ist – vor allem, wenn man eine geführte Traumreise oder Fantasiereise macht. Aber auch 5-7 Minuten können je nach Tagesablauf und eigener Stimmung absolut ausreichend sein. Wichtiger als die Meditationsdauer ist die Häufigkeit. Wer häufiger dafür aber kürzer meditiert, hat langfristig mehr davon, als jemand der nur sporadisch dafür aber länger meditiert.

Falls du weitere Frage zum Thema „Warum ist Meditation so gesund?“ hast, dann kannst du mir sehr gerne schreiben. Am besten kontaktierst du mich auf meinem Instagram-Profil gabrielita.urban – oder du schreibst mir eine Mail hallo@gabrielita.de – ich freue mich auf dich.

Und jetzt wünsche ich dir ganz viel Freude beim Meditieren.


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